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Unterzucker: Für den Fall der Fälle sollten Diabetiker immer eine Ration Traubenzucker oder Gummibärchen dabei haben.
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Der Schweiß bricht aus, die Hände sind zittrig, eine Ohnmacht ist nah – viele Diabetiker kennen die Anzeichen, wenn ein Unterzucker droht. Er gehört zu den häufigsten Komplikationen bei Diabetes. Wie Sie im Notfall richtig reagieren und zu niedrigen Zuckerwerten vorbeugen.

Hohe Blutzuckerwerte zu vermeiden ist bei der Behandlung eines Diabetes das A und O, um Schäden an Organen und Nerven vorzubeugen. Doch der Zucker darf auch nicht zu tief sinken. Dann fehlt dem Körper der nötige Kraftstoff und er versagt seine Dienste – erst leidet nur die Konzentration und man bekommt weiche Knie. Wenn man dann nicht rechtzeitig gegensteuert, droht Verwirrtheit bis hin zur lebensbedrohlichen Ohnmacht.

Unterzucker – auch Hypoglykämie genannt – zählt zu den häufigsten Komplikationen bei Diabetes. Viele Diabetiker fürchten sich davor noch mehr als vor zu hohen Werten. Denn die Vorstellung, das Bewusstsein zu verlieren, ist beängstigend. Dann lieber hohe Werte in Kauf zu nehmen ist jedoch der falsche Weg. Immerhin ist es beruhigend zu wissen, dass sich ein Unterzucker in der Regel mit typischen Zeichen ankündigt. Für den Fall der Fälle können sich Diabetiker rüsten, zum Beispiel, indem sie immer eine Ration Traubenzucker mit sich führen. Wichtig ist auch, dass Angehörige Bescheid wissen, wie sie im Notfall richtig reagieren.

Wie kommt es zum Unterzucker?

Neben bestimmten Medikamenten wirken sich ungewohnt viel Bewegung, vergessene Mahlzeiten, Alkohol oder Erkrankungen wie Durchfall auf den Blutzucker aus. Auch wenn zu viel Insulin gespritzt wird, können die Blutzuckerwerte zu tief sinken.

Welche Werte bedeuten Unterzucker?

Leichte Schwankungen des Blutzuckers sind ganz normal. Sie hängen vor allem davon ab, was man gegessen und wie viel man sich bewegt hat. Bei gesunden Menschen liegt der Nüchtern-Blutzucker typischerweise zwischen 70 und 99 mg/dl (3,9- 5,5 mmol/l)), und nach Mahlzeiten steigt er kurzfristig auf bis zu 140 mg/dl (7,8 mmol/l)) an.

Von einer Hypoglykämie spricht man definitionsgemäß ab einem Blutzuckerwert unter 70 mg/dl (3,9 mmol/l). Klinisch bedeutsam wird sie meist unter 60 mg/dl, schwerwiegend unter 54 mg/dl, und als potenziell lebensbedrohlich gilt ein Wert unter 40 mg/dl (2,2 mmol/l)

Typische Anzeichen für Unterzucker

Niedrige Blutzuckerwerte können sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen. Auf diese Zeichen sollten Sie achten, um Unterzucker rechtzeitig zu erkennen:

  • Heißhunger
  • Schwitzen
  • Herzklopfen bis Herzrasen
  • Zittern, weiche Knie
  • Konzentrationsstörungen oder Wortfindungsstörungen
  • Kopfschmerzen und Schwindel
  • Schläfrigkeit
  • Sehstörungen, z. B. Doppelbilder
  • Verwirrung
  • Unruhe, Nervosität, Angst
  • Blässe
  • Reizbarkeit
  • Koordinationsschwierigkeiten
  • Übelkeit

Folgen bei schwerem Unterzucker:

  • Krampfanfälle
  • Bewusstlosigkeit bis zum Koma

Wie und wann sich ein Unterzucker bemerkbar macht, ist von Fall zu Fall verschieden. Manchmal treten erste Symptome schon bei 70 mg/dl auf, also wenn die Werte eigentlich noch im grünen Bereich sind. Fällt der Blutzuckerwert unter 50 bis 60 mg/dl, spricht man in jedem Fall von Unterzucker.

Ohne Vorwarnung

Je länger ein Diabetes besteht, desto eher kann es zur sogenannten Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung kommen. Der Körper passt sich an den Dauerzustand „niedriger Blutzucker“ an, die typischen körperlichen Warnzeichen fehlen dann. Der Blutzucker kann ganz unbemerkt in den Keller rutschen und von einem Moment auf den anderen zur Bewusstlosigkeit führen. Diabetiker, die dazu neigen, können in speziellen Hypoglykämie-Schulungen lernen, die Anzeichen wieder besser wahrzunehmen.

Menschen mit häufigen oder unbemerkten Unterzuckerungen profitieren oft von einem kontinuierlichen Glukosemonitoring (CGM), das Alarme bei fallenden Werten ausgibt.

Unterzucker: Was tun?

Schon bei den ersten Anzeichen einer Unterzuckerung sollten Betroffene oder Angehörige nicht zögern, gegenzusteuern. Bei typischen Symptomen sollte möglichst schnell gemessen werden. Ist das nicht sofort möglich, kann eine rasche Aufnahme von Kohlenhydraten erfolgen – Sicherheit geht vor. Dann heißt es:

  1. Rasch verwertbare Kohlenhydrate einnehmen bzw. Angehörige sollten sie geben, zum Beispiel 4 Täfelchen Traubenzucker, 12 Gummibärchen, 200 Milliliter Apfelsaft oder Limonade (keine Light-Produkte). Flüssige Zuckerlösung in Einzelverpackung für unterwegs gibt es bei uns in Ihrer Apotheke, zum Beispiel auch mit Fruchtgeschmack. Sie enthaltenen die empfohlene Menge von 20 bis 30 Gramm Glukose pro Gabe.
  2. Blutzucker messen. Etwa 15 Minuten nach der Einnahme der Kohlenhydrate sollte er über 100 mg/dl (5,6 mmol/l) liegen. Bei weiterhin niedrigen Werten ist eine weitere Portion Glukose erforderlich.
  3. Anschließend sollte ein Snack, zum Beispiel eine Banane, ein belegtes Brot oder ein Müsliriegel, gegessen werden, um den Blutzucker zu stabilisieren.

Was tun bei Ohnmacht?

Kommt es durch einen Unterzucker zur Ohnmacht/Bewusstlosigkeit, kann man dem Betroffenen keine Glukose mehr einflößen. Deshalb muss das Hormon Glukagon gegeben und der Notarzt gerufen werden. Glukagon, der natürliche Gegenspieler von Insulin, fördert die Umwandlung von Glykogen zu Glukose, so dass der Blutzucker wieder ansteigt. Diabetiker, die zu schweren Unterzuckerungen neigen, erhalten ein entsprechendes Notfallset auf ärztliches Rezept bei uns in der Apotheke. Seit März 2020 gibt es Glukagon auch als Nasenspray, das auch für Ungeübte leicht zu handhaben ist. Das Präparat muss nicht gekühlt werden und enthält eine Einzeldosis, die auch Bewusstlosen gut verabreicht werden kann. Das Nasenpulver ist für Erwachsene, Jugendliche, Schwangere und Kinder ab vier Jahren zugelassen.

Tipp: Lassen Sie sich die Anwendung des Glukagons in der Arztpraxis oder bei uns in Ihrer Apotheke erklären. Am besten, Sie üben das Spritzen einmal zu Hause, zum Beispiel an einer Apfelsine. Wenn Sie das Nasenspray verwenden, machen Sie sich ebenfalls vorher mit der Anwendung vertraut. Auch Ihre Angehörigen sollten darin geschult sein.

Unterzuckerung: Wie schlimm ist es?

Bei Unterzuckerungen werden leichte, mittelschwere und schwere Formen unterschieden:

  • Leichte Unterzuckerung: Ist der Blutzuckerspiegel leicht gesunken, zeigen sich erste körperliche Anzeichen wie Schwitzen, Zittern oder Herzklopfen. Jetzt können Betroffene sich noch gut selbst helfen, indem sie rasch etwa 20 Gramm Traubenzucker zu sich nehmen oder Apfelsaft trinken.
  • Mittelschwere Unterzuckerung: Das Gehirn leidet unter Zuckermangel. Zu den körperlichen Anzeichen kommen weitere Symptome: Seh- und Bewegungsstörungen, Verwirrtheit, Reizbarkeit, Angst. Die Patienten sind zwar bei Bewusstsein, aber nicht mehr in der Lage, sich selbst zu helfen. In diesem Fall werden 30 Gramm Glukose benötigt.
  • Schwere Unterzuckerung: Eine schwere Unterzuckerung ist ein Notfall. Es kommt zu starken Verhaltensänderungen, Krämpfen und Bewusstlosigkeit. Hier hilft der Einsatz von Glukagon, das es als (verschreibungspflichtiges) Notfallset bei uns in Ihrer Apotheke gibt. Wichtig: Rufen Sie bei schwerer Unterzuckerung immer den Notarzt unter der Nummer 112.

Unterzucker vermeiden

Um sich mit Ihrem persönlichen Blutzuckerprofil vertraut zu machen, sollten Sie für eine Weile regelmäßig den Blutzucker messen und ein Diabetes-Tagebuch führen. Das geben wir Ihnen in Ihrer Apotheke gerne kostenlos ab. Darin wird neben Datum, Uhrzeit und dem Messergebnis auch festgehalten, wann Sie zum Beispiel Sport getrieben oder etwas gegessen haben. Oder wann hatten Sie Stress? Auch der kann nämlich den Blutzuckerspiegel beeinflussen. Passen Sie bei erhöhter sportlicher Aktivität die Kalorienzufuhr bzw. die Insulindosis an.

Messen Sie nach dem Aufstehen, vor und nach den Mahlzeiten, vor und nach körperlicher Aktivität und vor dem Schlafengehen. Um herauszufinden, ob der Blutzucker nachts zu stark absinkt, sollten Sie ab und zu auch zwei- bis dreimal in der Nacht messen.

Traubenzucker griffbereit

Steuern Sie gegen, sobald Sie zu niedrige Werte messen oder Sie die entsprechenden Warnzeichen bemerken. Denken Sie daran, fertige Zuckerlösung oder Traubenzucker stets griffbereit zu haben. Hören Sie auch auf Ihre Angehörigen, wenn diese Sie für unterzuckert halten und zum Essen raten.

Wichtig: Nehmen Sie eine Unterzuckerung ernst und sprechen Sie häufige Hypoglykämien bei Ihrem Arzt an. Er wird mit Ihnen zusammen die Behandlung anpassen, um weitere Unterzuckerungen zu vermeiden.

Unterzucker ohne Diabetes

Auch bei Menschen ohne Diabetes kann der Blutzucker mal in den Keller gehen und unter 40 mg/dl (2,2 mmol/l) fallen. Möglich ist das zum Beispiel, wenn man vor dem Sport oder starker körperlicher Anstrengung mehrere Stunden nichts gegessen hat. Auch wer am Abend Alkohol getrunken hat, kann am nächsten Tag von einem Zuckertief überrascht werden. Vorbeugen lässt sich mit regelmäßigen Mahlzeiten. Wenn es so weit kommt, kann man sich mit Traubenzucker behelfen.

Hypoglykämien bei Menschen ohne Diabetes sind selten und sollten bei wiederholtem Auftreten ärztlich abgeklärt werden. Ursachen können z. B. hormonelle Störungen, Lebererkrankungen oder seltene Tumoren sein.

Werte im Blick behalten

Regelmäßig den Blutzucker zu messen gibt Sicherheit. Blutzuckermessgeräte und Teststreifen erhalten Sie bei uns in Ihrer Apotheke. Wir erklären Ihnen gerne, wie die Messung funktioniert. Selbstverständlich können Sie auch bei uns Ihren Blutzucker messen lassen. Auch Blutzuckertagebücher für Ihre Messwerte geben wir Ihnen gerne kostenlos ab.

Marcel Wree,

Ihr Apotheker
Ihr Apotheker Marcel Wree

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  1. 1 Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
  2. 2 Angabe nach der deutschen Arzneimitteltaxe Apothekenerstattungspreis (AEP). Der AEP ist keine unverbindliche Preisempfehlung der Hersteller. Der AEP ist ein von den Apotheken in Ansatz gebrachter Preis für rezeptfreie Arzneimittel. Er entspricht in der Höhe dem für Apotheken verbindlichen Abgabepreis, zu dem eine Apotheke in bestimmten Fällen (z.B. bei Kindern unter 12 Jahren) das Produkt mit der gesetzlichen Krankenversicherung abrechnet. Der AEP ist der allgemeine Erstattungspreis im Falle einer Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen, vor Abzug eines Zwangsrabattes (zur Zeit 5%) nach §130 Abs. 1 SGB V.
  3. 3 Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers (UVP).

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  2. 2 Angabe nach der deutschen Arzneimitteltaxe Apothekenerstattungspreis (AEP). Der AEP ist keine unverbindliche Preisempfehlung der Hersteller. Der AEP ist ein von den Apotheken in Ansatz gebrachter Preis für rezeptfreie Arzneimittel. Er entspricht in der Höhe dem für Apotheken verbindlichen Abgabepreis, zu dem eine Apotheke in bestimmten Fällen (z.B. bei Kindern unter 12 Jahren) das Produkt mit der gesetzlichen Krankenversicherung abrechnet. Der AEP ist der allgemeine Erstattungspreis im Falle einer Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen, vor Abzug eines Zwangsrabattes (zur Zeit 5%) nach §130 Abs. 1 SGB V.
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